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Stadtmauerpfad Engers 1371

Entdecke die mittelalterliche Stadtbefestigung und ihre spannende Geschichte mit Raubrittern und Kurfürsten.

Start:
Der Stadtmauerpfad beginnt am Wehr- und Zollturm, dem "Grauen Turm". Von den insgesamt neun Wehrtürmen sind in Engers noch drei vollständig erhalten, und der Zollpfortenturm ist teilweise erhalten.

Wegbeschreibung zum Grauen Turm über Google Maps

1. Stadt- und Zollturm, der Graue Turm, hier begann die Stadtwerdung .

Er wurde zwischen 1357 und 1371 von Graf Wilhelm I. zu Wied erbaut. Nachdem er 1357 die Stadtrechte erhalten hatte, begann er an dieser Stelle mit dem Bau der Stadtmauer und plante, den Rheinzoll zu erheben. In früheren Zeiten hatte der Turm eine Spitzhaube, und der Weg zum Rhein war überdacht (siehe oben). Im Jahr 1371 verlor Graf Wilhelm zu Wied die Stadt an den Trierer Kurfürsten Kuno von Falkenstein nach einer Fehde. Dieser trieb den Bau der Stadtmauer weiter voran und errichtete in Engers die Burg "Kunostein".


Stadtbefestigung an der Rheinpromenade:
Wir gehen nun rheinaufwärts in Richtung Schloss. Die Ufermauern sind ebenfalls Reste der Stadtmauer. Der Aufgang zur Cafeteria Heinrichs unterbricht die Stadtmauer, und vor uns liegt Schloss Engers.


2. Burg Kunostein/Schloss Engers:


Nachdem der Trierer Kurfürst Kuno II. von Falkenstein (1320-1388) 1371 Engers in Besitz genommen hatte, vollendete er die Stadtmauer und errichtete an der Stelle des heutigen "Schloss Engers" die Burg 'Kunostein', als Sommersitz. Die Burg wurde 1693 im Raubkrieg Ludwigs XIV. von Frankreich durch Beschuss zerstört. Die einzigen Reste der mittelalterlichen Burg sind ein mächtiger Mauerrest der Burg-Stadtbefestigung, sowie Teile des Gewölbekeller von Schloss Engers.


Rheinpromenade/Schiffsanleger
Unser Weg geht weiter am Schloss vorbei, bis zum Schiffsanleger/Meisterhaus Landesmusikakademie.
Dort stehen wir vor einem alten Fachwerkhaus, dem sogenannten "ältesten Haus von Engers" (erbaut 1617).

Die Mauern, die Sie an diesem schönen historischen Fachwerkhaus im Kellerbereich sehen, sind alte Stadtmauer und ca. 1,20m-1,50m stark.


3. Der Rest des Zollpfortenturm am mittelalterlichen Fachwerkhaus

Der Mauerrest an der Seite des historischen Fachwerkhaus (Anno 1617), der sich bis in den 1. Stock erstreckt, sind die Reste des Zollpfortenturm.

In dem ehemaligen Weinkeller des Hauses wurde bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2017 ein Stützgewölbe entdeckt, daß zur Stabilisierung des Baugrunds für die Stadtmauer und den Zollpfortenturm diente. In diesem Haus können Sie in Ferienwohnungen übernachten. (www.FerienamRhein.de).


Wir entdecken die Stadtmauer Rheinaufwärts

Der Pfad führt uns entlang des Promenadenwegs.
Die Kellermauern der folgenden Häuser sind ebenfalls Reste der Stadtmauer.
Die Stadtmauer bietet ein gutes Fundament für die darauf errichteten Häuser oder Terrassen. Glücklicherweise sind Teile der Mauer sichtbar und unverputz, wie z.B am Haus Villa Rheinstein, in der sich ebenfalls eine Ferienwohnung befindet. 


4. Rheinpforte

Die Rheinpforte ist das kleinste von den ehemals drei Stadttoren, und als einzigstes erhalten.
Die kleine von Stadtsoldaten bewachte Pforte war den Fußgängern vorbehalten und hatte längere Öffnungszeiten als die Haupttore.
Die anderen Stadtzugänge bestanden aus dem Haupttor, mit Anbindung an die überregionalen Handelsstraßen, und dem Zollpfortenturm, durch den Waren, die mit Schiffen anlandeten, in die Stadt gelangen konnten. 


5. Eisbrecher-Turm

An der Ecke der flußseitigen Stadtmauer befand sich ein weiterer Stadtturm, der sogenannte Eisbrecher-Turm.
Im Mittelalter gab es keine Rheinpromenade, und die Stadtmauer bildete die Uferbefestigung.

Man erkennt gut, daß die Mauer in diesem Bereich wie ein Keil den hinteren Uferbereich abschirmt.
Der eigentliche Eisbrecher, war eine Konstruktion aus Holz und Metall, der in Wassernähe an der Ecke der Mauer angebracht war. Er hielt große kompakte Treibeisschollen von der Stadtmauer fern und zerteilte sie, damit sie weniger Schaden anrichten konnten.
Trotzdem kam es immer wieder zu großen Zerstörungen durch Treibeis, insbesonders zur kleinen Eiszeit im 16.- und 17.- Jahrhundert.


Stadtmauerverlauf im Kolpingpark

Wir steigen nun die Treppe mit römischem Burgusbild links hinauf. Die Reste des römischen Burgus befinden sich in unmittelbarer Nähe, erklärt werden die Zusammenhänge auf dem Erlebnisweg "Römische Meile Engers".
Wir gehen aufwärts und durqueren den Park in Richtung St. Martin Kirche zum nächsten erhaltenen Stadtmauerturm.
Die Hecke auf der großen Wiese, bildet den historischen Verlauf der Stxtmauer nach.


6. Stadtmauerturm, dem Duckes oder Duckesje.

Der Keller des Wehrturms wurde als Gefängnis genutzt, wobei die Insassen nicht stehen konnten, sondern geduckt einsitzen mussten, so enstannt der Name "Duckes, Duckesje".

In der Zeit der Rheinischen Räuberbanden (1750-1850), war ein Mitglied der Bande von Räuberhauptmann Mathias Weberder "Schäle-Jick-Jack" hier inhaftiert. Dieser wurde spektakulär von seiner Bande befreit.

Der Stadtmauerturm wird heute von den Pfadfindern genutzt und es gibt ein jährliches Duckesje-Fest.


Weiter zum nächsten Stadtturm

Entweder gehen wir links um die Kirche, am Hauptportal vorbei, herum durch das kleine Friedhofstor, oder wir gehen rechts über den Friedhof bis wir den dritten erhaltenen trapezförmigen Stadtturm erblicken.


7. Stadtmauerturm: "Totenhäuschen".

Er ist einer von drei erhaltenen Wehrtürmen der Engerser Stadtmauer aus den Jahren 1371 bis 1378. Sein Name rührt daher, dass im Untergeschoss einst die Verstorbenen des Ortes bis zur Beerdigung aufgebahrt wurden.
Im oberen Geschoss wohnten früher zeitweise Fürsorgeempfänger. Nach dem großen Stadtbrand von 1778 erhielt er ein Krüppelwalmdach mit Glockentürmchen.

Dieser Wehrturm mit seinem trapezförmigen Grundriss ist eine Besonderheit im rheinischen Festungsbau. Diese Form ermöglichte den Stadtsoldaten eine sehr gute freie weite Sicht auf die umliegenden Befestigungen und Felder. So konnte man feindliche Heere und andere ungebetene Gäste schon von weitem sehen.

Den besten Eindruck dieses besonderen Turms erhält man (siehe Bild) von der Rückseite.


Gehen Sie bitte weiter zu dem Friedhofstor neben dem Totenhäuschen und blicken entlang der kleinen Häuserzeile der Martinskirchstraße. Hier können Sie mit ein wenig Fantasie den weiteren Verlauf der Stadtmauer erahnen. Folgen Sie der Häuserzeile bis zum Ende an die Ecke Jakobstrasse.


8. Versteckte Stadtmauerreste

Wenn man jetzt, mit ein wenig Abstand zurückblickt, kann man gut erkennen, dass die unverputzten Rückwände der kleinen Häuser aus Bruchstein bestehen.

Die kleine Häuserzeile gegenüber der St. Martin Kirche wurden an die Stadtmauer angelehnt, sodass die Rückwände der Häuserzeile noch Reste der historischen Stadtmauer bilden und so glücklicherweise erhalten wurden.


Bitte gehen Sie jetzt weiter bis zur Ecke Stefanstraße / Clemensstraße. Dort kann man mit Blick über den Parkplatz den Verlauf der Mauer anhand der Häuserzeile an der Kirche gut nachvollziehen.


9/10. Über den Parkplatz an der Kirche bis zum Haupttor.

Die Stadtmauer verlief vom Wehrturm "Totenhäuschen" in einer Linie quer über den heutigen Parkplatz an der Kirche , genau über die Ecke Stefan Straße / Clemensstraße, bis zum Haupttor.
(siehe Bild und Stadtmauerplan).

Wo sich das Haupttor befand, stehen heute die beiden Häuser Clemenstraße 44-46.
Das Haupttor war der bewachte Haupteingang und das sogenannte "Tor zur großen weiten Welt", denn von hier aus erreichte man alle wichtigen Handelsstraßen.
Das Haupttor war aber auch der Beginn des wichtigen Pilgerweg nach Sayn. 


Wir gehen nun ein paar Schritte weiter und biegen an der Clemensstraße 50 in den Hinterhofbereich ab. Bitte nehmen Sie hier besonders Rücksicht auf die Anwohner!!


11. Die versteckten Stadtmauerreste.

Diese Mauerreste kennen nur wenige Insider. Hier im Hofbereich sehen Sie auf der linken Seite vier Garagen. Die leicht beschädigte Mauer rechts neben den Garagen ist ehemalige Stadtmauer.
Dieser Mauerrest zieht sich vom Eingangstor weiter durch den Biergarten der Pizzeria "Toscana" hinter den Garagen durch die Gebäude an der "Alten Schloßstraße".
In den 1970er Jahren gab es Bodenuntersuchungen, bei denen ein wassergefüllter Stadtgraben nachgewiesen wurde, der sehr wahrscheinlich vom versiegten Engersbach gespeist wurde. 


Wir verlassen den Hinterhof und gehen rechts weiter herum bis zur "Alten Schloßstraße". Jetzt gehen wir Richtung Ampel weiter bis zur "Alten Schloßstraße" 14 und 16.


12. Alte Schloßstraße" 14 und 16

Hier vor den Häusern "Alten Schloßstraße" 14 und 16 fällt auf, dass die Wand zwischen den beiden Häusern ungewöhnlich dick ist und in einem schrägen Winkel auf die Straße zuläuft. Die Mauer, die beide Häuser trennt, ist der Rest der Stadtmauer in diesem Bereich. Am Dachgiebel kann man die Mauer ebenfalls gut durch eine höhere Abdeckung erkennen.


Wir gehen jetzt weiter durch die Falksgasse. In der Falksgasse verlief die Mauer etwa in der Mitte der Straße (siehe Grafik unten)


13. Der verschwundene Stadtmauerturm

An der Ecke Falksgasse/Johannistrasse befand sich ein weiterer großer Stadtmauerturm. Aus vergangenen Untersuchungen wissen wir, dass der Turm wahrscheinlich einen trapezförmige Grundriss hatte und dem  „Totenhäuschen“ ähnlich war.
Dieser Stadtmauerbereich wurde nach dem großen Stadtbrand 1778 abgebrochen und als Steinbruch für die umliegenden Häusern verwendet.


Jetzt führte die Mauer an der rechten Seite durch die “Grünewaldstrasse” („Wald“ kommt wahrscheinlich von Stadtgraben/wall).
Wir folgen der Sackgasse Grünewaldstraße bis zum Ende bis zu der Bruchsteinmauer.


14. Burg- und Stadtmauer

Die mächtige Bruchsteinmauer am Ende der Sackgasse sind Reste der ehemaligen Burg Stadtmauer der Burg Kunostein. Der verputze große Mauervorsprung rechts ist dort der nächste erhaltene Stadtmauerrest. Von dem verputzen Mauerrest springt die Stadtmauer nach rechts (angelehnt an die Burg-Stadt-Mauer). Dies können wir auf der anderen Seite der Mauer gut erkennen.


Nun gehen wir links durch eine kleine unscheinbare Verbindungsgasse zur Johannisstrasse. Dort biegen wir rechts ab durch das ehemalige Tor des Schloßgarten (heute Heinrich-Haus) und erblicken rechts von uns eine mächtige Bruchsteinmauer.


15. Die historischen Reste der Burg-Stadtmauer der Burg Kunostein

Nachdem der Trierer Kurfürst Kuno II. von Falkenstein (1320-1388) 1371 Engers in Besitz genommen hatte, vollendete er die Stadtmauer und errichtete die Burg 'Kunostein`. Viele Jahre war sie der Sommersitz der Kurfürsten, bis 1693 im Raubkrieg Ludwigs XIV. von Frankreich die Burg durch Beschuss zerstört wurde. Die einzigen Reste der mittelalterlichen Burg sind Teile des Gewölbekellers von Schloss Engers, sowie dieser mächtiger Mauerrest der Burg-Stadtbefestigung, in Nachbarschaft der Cafeteria Heinrichs.
Dieses Zeugnis mittelalterlicher Burgbefestigung steht leider noch nicht unter Denkmalschutz.


Wir folgen der mächtigen Burg-Stadt Mauer bis zum Ende. und bleiben an einer Bruchsteinmauer mit zugemauerter Tür stehen.


16. Burg- und Stadtmauer vereinen sich.

In diesem Bereich ist gut zu erkennen, das die Mauer aus zwei Teilen zu bestehen scheint. Hier vereinten  sich Stadtmauer und Burgbefestigung der Burg Kunostein.
Hier im Bereich des heutigen Strommast, befand sich ein weiterer Wachturm zur Sicherung dieses Bereiches.
Die Mauer führte von diesem Turm in einem 90 Grad Winkel zurück zum Grauen Turm am Rheinufer. Im Bereich des heutigen Wohnheims befand sich noch ein weiterer Wachturm.

Es ist unklar welche Funktion der schmale Mauerrest, eines ehemaligen Gebäudes mit Türdurchbruch hatte. Es ist wahrscheinlich, das diese Mauer mit Stadtmauersteinen später errichtet worden ist. 


Wir gehen jetzt wieder zurück und biegen vor der Heinrich-Haus Küche rechts ab, am Wohnheim vorbei, zum "Grauen Turm". Wir genießen den schönen Park am Speehaus und die Rheinromantik an diesem schönen Ort.


17. Ziel: Der Graue Turm mit der Zollbrücke

Wir haben die mittelalterliche Stadtmauer umrundet und genießen den kleinen Park sowie die tolle Aussicht auf den Rhein von der Zollmauerbrücke am Turm.


Idee und Fotos: Thomas Focke 
historische Stiche/Bilder: Richard Erben
Korrekturlesung: Axel Kalb
Vermessungsarbeiten: Karlfried Nilges
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